Fotos: Kerstin Reichelt

Zart (UA)

Ein Text von Can Fischer

In der Abgeschiedenheit eines stillen Sees verbringen zwei Freunde den Sommer, eine junge Frau stößt dazu. Eine Dreiecksgeschichte entspinnt sich, vorhersehbar und verstörend gleichzeitig. Der Text von Can Fischer spielt die ganze Skala der Gefühle zwischen Freundschaft und Sexualität und führt unsere Vorstellungen von Geschlechteridentitäten an ihre Grenzen.

Ein reduziertes Szenarium als Versuchsanordnung, ein formelhafter Sprachgestus, ein vorwärtstreibender, bedrängender Rhythmus – auf diese Weise legt das Stück das Gegenteil dessen frei, was der Titel „Zart“ anzudeuten scheint. Der Untergrund, dem der Text entspringt, ist hart. Wo von Liebe die Rede ist, erscheint sie zweifelhaft, wo Schweigen und Misstrauen sich ausbreiten, da werden die Gefühle übermächtig und bedrängend. Hinter der Oberfläche einer Sprache, in der Klischees von Romantik gespeichert sind, tritt die Destruktivität einer Generation zutage, bei der die vollkommene gesellschaftliche Freiheit Ängste auslöst. Ihre Sehnsüchte finden keinen Anhaltspunkt und münden in eine sprachlose Autoaggression…

Besetzung

Regie Holger Müller-Brandes

Ausstattung Oskar Bigalke

Dramaturgie Can Fischer

Mit Ann-Kathrin Czymoch, Nelson Gellrich, Philipp Myk

Eine Produktion der Loftbühne in Zusammenarbeit mit dem Kreaturen Verbund

Premiere

04 11 2015 / 20 00 / Loftbühne, Berlin